Info

Über das Europaviertel aus wikipedia: (Stand 08.11)

Das Europaviertel in Frankfurt am Main ist ein neues Stadtviertel, das auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs im Stadtteil Gallus gebaut wird. 2005 wurde mit Erschließungsarbeiten begonnen, bis 2019 soll das gesamte städtebauliche Projekt mit Büros, Hotels, Wohnungen, Parks sowie Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten abgeschlossen sein. Nach Fertigstellung sollen im Europaviertel rund 30.000 Menschen arbeiten und 10.000 Menschen wohnen.

Größe und Lage
Das freigemachte Areal hat eine Größe von fast 90 Hektar. Das Gebiet wird, ausgehend von den zwei Grundstückseigentümern, in Europaviertel West und Europaviertel Ost unterteilt, die Grenze bildet die Emser Brücke. Im westlichen Teil gehören der Aurelis Asset GmbH 66,7 Hektar und im östlichen Teil gehören 18 Hektar der Vivico Real Estate GmbH. Das Quartier umfasst heute einschließlich weiterer Randflächen insgesamt 145 Hektar. Das Gebiet erstreckt sich vom Wohngebiet am Rebstockgelände im Nordwesten entlang des Messegeländes bis zum Güterplatz im Südosten, im Süden wird das Areal durch die Hellerhofsiedlung begrenzt.

Geschichte
1996 entschied die Deutsche Bahn den Hauptgüterbahnhof, den größten Güterbahnhof der Stadt Frankfurt, mangels Auslastung stillzulegen und die verbliebenen Güteraktivitäten zum Ostbahnhof zu verlagern. 1998 wurde der Betrieb auf dem Hauptgüterbahnhof eingestellt. 1999 erstellte das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner (AS&P) im Auftrag der Deutschen Bahn einen Rahmenplan für die zukünftige Entwicklung des Areals. Das Nutzungskonzept sah für die brachgefallenen Bahnflächen Anteile von jeweils 25 Prozent für Wohngebiete, Grünflächen, Messeerweiterung und Mischgebiete vor. Eine konkurrierende Planung, die der Architekt Helmut Jahn im Auftrag der Deutschen Bank unter dem Titel Messestadt konzipierte, wurde nicht weiter verfolgt, da die Deutsche Bahn das Gelände nicht verkaufen wollte. Zunächst erwarb die benachbarte Messe Frankfurt 31.000 m² Fläche um ihr Gelände nach Süden ausdehnen zu können. Auf der Erweiterungsfläche entstand u.a. von 2000 bis 2001 die Messehalle 3.

Europaviertel Ost – Bautätigkeiten Vivico
Im zweiten Quartal 2005 begann Vivico mit Erschließungsarbeiten (Wasser- und Abwasserleitungen, Straßenbauarbeiten) im östlichen Teil des Europaviertels, dabei wurde bis Ende 2006 auch die Europa-Allee bis zur Emser Brücke erstellt.

Im Juni 2006 wurde mit dem Mövenpick Hotel (4 Sterne) das erste Gebäude im Europaviertel Ost fertiggestellt. Auf sieben Geschossen befinden sich 288 Zimmer sowie ein Konferenz- und Fitnessbereich.

Von November 2007 bis Juli 2009 wurde das erste Wohngebäude (Eurovenia, Baufeld Süd 3) an der Europa-Allee mit 187 Wohnungen errichtet.

Im März 2010 eröffnete das zweite Hotel im Europaviertel, das Meininger Hotel (2 Sterne) an der Emser Brücke. Es verfügt über 164 Zimmer auf acht Etagen.

Im April 2010 wurde das zweite Wohngebäude (City Colours, Baufeld Süd 4) mit 112 Mietwohnungen sowie drei rückwärtig gelegene Stadtvillen mit insgesamt 51 Eigentumswohnungen fertiggestellt.

Im Sommer 2010 wurde das erste Bürogebäude (Europa-Allee 12-22) bezogen. Das Bankhaus BNP Paribas hat hier 11.000 m² Bürofläche für seine neue Deutschland-Zentrale angemietet.

Im September 2008 begann der Bau des 200 Meter hohen Bürogebäudes Tower 185 an der Friedrich-Ebert-Anlage. Hauptmieter wird PricewaterhouseCoopers, die 60.000 m² von insgesamt ca. 100.500 m² Bürofläche langfristig angemietet haben. Die Fertigstellung ist für Dezember 2011 geplant.

Im Mai 2010 folgte der Baubeginn des vierten Wohngebäudes (Baufeld Süd 2) mit 173 Wohnungen.

Im Juli 2010 wurde das dritte Wohngebäude (Sunset Boulevard, Baufeld Süd 5) mit 128 Wohnungen fertiggestellt.

Im September 2010 war Baubeginn für ein drittes Hotel, das Dormero (4 Sterne) mit 148 Zimmern an der Emser Brücke Süd. Die Eröffnung soll im Herbst 2011 erfolgen.

Im Januar 2011 wurde mit den Bauarbeiten am fünften Wohngebäude (Baufeld Süd 6) mit 210 Wohnungen begonnen.

Im Juni 2011 erfolgte nach einer Planungszeit von über zehn Jahren der Baubeginn für das Großprojekt Skyline Plaza (vormals: Urban Entertainment Center) am östlichen Geländeeingang. Errichtet werden ein Einkaufszentrum mit 180 Geschäften sowie ein Kongresszentrum für über 2.000 Personen. Die Eröffnung ist für Herbst 2013 geplant.

Europaviertel Ost – Zukunft
Im April 2011 hat Vivico ein weiteres Baugrundstück (Baufeld Süd 1) veräußert. Auf dem 8.000 m² großen Grundstück sollen ein Motel One mit 410 Zimmern, 165 Studios und Apartments der Marke Citadines Apart’hotel, 138 Studentenapartments sowie eine Kindertagesstätte für 100 Kinder entstehen. Der Baubeginn ist für das 4. Quartal 2011 vorgesehen.

Bereits 2008 schlossen Vivico und der Hotelbetreiber Hyatt einen Betreibervertrag für ein 5-Sterne-Hotel der Marke Grand Hyatt als Bestandteil des Großprojekts Skyline Plaza, bislang wurde allerdings noch kein Baubeginn für den Hotelturm verkündet.

Baurecht besteht für zwei weitere Hochhäuser: Den bis zu 369 Meter hohen Millennium Tower sowie den 210 Meter hohen Tower 1.

Für lediglich zwei schmale Grundstücke gibt es bisher keine veröffentlichte Planung, dabei handelt es sich um zwei für Büronutzung vorgesehene Gebäude an der Europa-Alle, direkt am Messezaun. (Baufelder Nord 2 und Nord 3).

Europaviertel West – Bautätigkeiten Aurelis
Der westlich der Emser Brücke gelegene 66,7 Hektar große Teil des Entwicklungsgebietes wurde bis Mitte 2010 durch Aurelis von alten Gleisanlagen geräumt, von Belastungen entsorgt und erschlossen. Bereits im September 2008 begann die Aurelis mit der Vermarktung ihres Geländes im Europaviertel West. Es sollen drei aufgelockerte reine Wohnquartiere „Helenenhöfe“, „In den Stadtgärten“ und das mit Objekten nach 18 bekannten europäischen Parkanlagen benannte „Parkend“ entstehen; dazu zwei verdichtete gemischt genutzte Quartiere, „Boulevard Mitte“ und „Boulevard West“. Für die Bewohner sind vier Kindertagesstätten, eine Schule und Geschäfte der Nahversorgung eingeplant.

Mittelpunkt und verbindendes Element dieser Quartiere wird die 4 Hektar große Parkanlage „Europagarten“ mit repräsentativem Brunnen, unter der hindurch die ansonsten breit und boulevardartig angelegte Europa-Allee in einem ca. 500 Meter langen Tunnel geführt wird. Ende September 2010 wurden 4 Spitzahornbäume als symbolischer Baubeginn des Europagartens gepflanzt. Ein kleiner erster Abschnitt des Europagartens ist seit Januar 2011 fertig auch mit der Absicht, künftigen Grundstückserwerbern eine optische Vorstellung des künftigen Erscheinungsbildes in der ansonsten leergeräumten Fläche zu geben. Das vormals völlig flache Gleisfeld wurde zum Teil leicht hügelig modelliert, es soll mit einem Drittel eingeplanter Grünflächen einen naturnah gestalteten Stadtraum bilden; ganz im Sinne der laufenden Maßnahmen Frankfurts am Main zum Umbau als „Green City“. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll sich das Europaviertel West ruhig und harmonisch entwickeln, Zielpunkt etwa 2018/20.

Verkehrsanbindung
Durch das östliche Europaviertel verlaufen die S-Bahn-Linien S3 bis S6 mit den angrenzenden Bahnhöfen Galluswarte und Messe. Der östliche Teil des Europaviertel ist außerdem mit der U-Bahnlinie U4, Bahnhof Festhalle/Messe, zu erreichen. Hier halten auch die Straßenbahnen der Linien 16 und 17. Etwas weiter südlich verkehren die Straßenbahnlinien 11 und 21 über die Station Güterplatz. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 verkehrt die Museumsuferlinie Bus 46 vom Hauptbahnhof weiter zur neuen Endhaltestelle Dubliner Straße im östlichen Europaviertel. Ebenfalls bedient werden die Haltestellen Güterplatz, sowie die Den Haager Straße.

Nach der gegenwärtigen Beschlusslage ist vorgesehen, mittelfristig das gesamte Europaviertel über eine (zumindest bis zum Europagarten) unterirdisch geführte Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 zum Messeparkhaus mehr zentral und leistungsfähig zu erschließen. Die geplante Trasse zweigt an der Station Hauptbahnhof von der Strecke ab, verläuft durch die derzeitige Wendeanlage und erreicht dann an der Station Güterplatz das südöstliche Europaviertel. Die vorgesehene Strecke folgt danach dem Verlauf der zentralen Europa-Allee und hat weitere relativ dicht liegende Stationen an der Emser Brücke, an der Hattersheimer Straße und am Europagarten. Über den anschließenden Streckenverlauf zum Messeparkhaus ist noch nichts bekannt.

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